Hubertus Fischer, geb. 1943, war nach dem Studium in München und Hamburg wiss. Assistent und Assistenz-Professor an der Freien Universität Berlin. Von 1982 bis 2008 hatte er die Professur für Ältere deutsche Literatur an der Leibniz Universität Hannover inne, deren Vizepräsident er von 1989 bis 1993 war. Neben seiner Vortragstätigkeit im In- und Ausland war er Gastprofessor an der Cairo University und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan. Er ist Mitbegründer des Zentrums für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur der Leibniz Universität Hannover und berät gegenwärtig die Akademie der Künste Berlin bei dem Ausstellungsprojekt „Die Wiederkehr der Landschaft”. Seit 2002 leitet er die Theodor Fontane Gesellschaft e. V. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Literatur, Geschichte, Karikatur, Gartenkunst und Landschaftswahrnehmung veröfft-licht, zuletzt mit Joachim Wolschke-Bulmahn „Gärten und Parks im Leben der jüdischen Bevölkerung nach 1933” (München 2008).



Theodor Fontane, der „Tunnel”, die Revolution

Berlin 1848/49

Autor: Hubertus Fischer

Die deutsche Geschichte kennt viele 9. November. Den 9. November 1848 feiert man nicht. Aber 1849, 1850, 1851 wurde er gefeiert, 1851 sogar mit einem Fontane-Gedicht.Es war der Tag des „Sieges über die Revolution”, der eigentlich ein ganz gewöhnlicher Staatsstreich war. Seine Folgewirkungen überdauer­ten Jahr und Tag. Sie überdauerten vor allem bei Fontane, denn kein zweiter preußischer Schriftsteller hat sie zwischen 1848 und 1898 so oft und so vielfältig zur Sprache gebracht. Dieses Buch erzählt jedoch eine etwas andere Geschichte der Berliner Revolution, als sie Fontane in "Von Zwanzig bis Dreißig" geschildert hat. Es erzählt auch eine andere Geschichte des bekannten Berliner Dichter- und Künstlervereins „Tunnel über der Spree”, als sie Fontane in dieser Autobiographie gegeben hat. Auf der Basis des zeitgenössischen Quellenmaterials stellt sich nämlich heraus, daß der vermeintlich ,unpolitische' „Tunnel” in der Mehrzahl seiner Mitglieder auf den verschieden­sten Ebenen politisch äußerst aktiv war.
Während jüdische Mitglieder sich überwiegend im liberalen und demokratischen Spektrum engagieren, besetzen einige von Fontanes Förderern und Freunden den rechten Flügel im Meinungs- und Parteienkampf. Dazwischen gibt es Übergänge gemäßigt konservativer und liberal konservativer Art. Um aber ein anschauliches Bild zu geben, tritt nicht die Partei, sondern die Person in den Vordergrund, die jeweils ihren individuellen Auftritt hat. So entsteht ein lebendiger Mikrokosmos des Politischen in und um den „Tunnel über der Spree”, der zugleich ein neues Licht auf Fontane und die Berliner Revolution von 1848/49 wirft.

 

24,80 €
492 Seiten, geb., m. SU
ISBN: 987 3 87776 285 1