"Ich beginne dieses Buch meiner Erinnerungen in einer sehr bewegten Zeit. Zunächst der Karneval, weiterhin Europa in Konvulsionen, schließlich viele Ereignisse in meiner Familie. Ich bemühe mich vor allem, in diesem Tumult meine Seelenruhe zu bewahren."

Gleich zu Beginn seines Tagebuchs von 1799 bringt der ehemalige Kammerherr der Königin Elisabeth Christine, Reichsgraf Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff, dessen Inhalt auf den Punkt. Der Chronist des Berliner Hoflebens zur Zeit Friedrich d. Gr. ist für zwei Jahre von seinen ostpreußischen Gutem nach Berlin zurückgekehrt...



Am Hof der Königin Luise

Das Tagebuch vom Jahre 1799

Autor: Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff

Emst Ahasverus Heinrich von Lehndorff (1727—1811) war 30 Jahre lang Kammerherr bei der Frau Friedrichs des Großen. 1775 schied er aus dem Hofleben aus, lebte jedoch u.a. 1797—1799 wieder in Berlin. Er war ein allseits gern gesehener Gasr, denn er war ein glänzender Unterhalter. Ende des Jahres 1799 zog er sich auf sein Gut in Masuren zurück.

Graf Lehndorff hat intensiv und umfangreich Tagebuch geführt und darin nicht nur seine Erlebnisse niedergeschrieben, sondern auch nicht immer freundliche Charakteristiken seiner Gesprächspartnerinnen und -partner.

Die Lektüre ergibt ein Sitten- und Gesellschaftsbild des ausgehenden 18. Jahrhunderts und beinhaltet zudem zahlreiche Lebensweisheiten eines altgewordenen Höflings.

Das Tagebuch von 1799 war nach den Kriegswirren verschollen und ist erst vor ein paar Jahren wieder aufgetaucht. Es ist — wie seine anderen Tagebücher — in französischer Sprache und handschriftlich und wird hier erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. Es enthält mehr als 1000 Namen von heute weitestgehend unbekannten Persönlichkeiten. Deshalb war ein zusätzliches Namensregister, in dem die genannten Personen ausführlicher dargestellt sind, notwendig.

 

49,50 EURO
574 Seiten, geb. m. SU
ISBN: 978 3 87776 020 8